Mediation

Welche Arten von Konflikten gibt es?

Private Konflikte der Mitarbeiter

Familie & Umfeld persönlich:

  • Verfügbarkeit in der Familie
  • Vermögensteilung
  • Erbschaftstreit, Nachfolge, Betriebsübergabe
  • Nachbarschaftsstreit
  • Gemeinde & Behörden
  • Schulden, Versicherung, Verbraucherstreit

Konflikte eines Mitarbeiters im Unternehmen

  • Arbeitsvertrag , Funktion und Aufgabe
  • Mitarbeiterentwicklung
  • Perspektive im Alter (+ 50), Wissensmanagement u. –erhalt
  • Zielkonflikte und Ergebniserreichung:
    • als Leistungsträger in der Organisation, Belastung
    • als Führungskraft, in der Teamarbeit
    • im Abgleich von Unternehmensprogrammen
    • in der Projektarbeit
  • im Wandel der Organisation
  • in der Krise (Einbindung der internen Kompetenz)

Konflikte des Unternehmers selbst

  • Gesellschafterstreit oder Eigentümerkonflikte
  • Firmenzusammenschluss bzw. –verkauf
  • Geschäftsführer-, Vorstandskonflikte
  • Nachfolgevereinbarungen
  • in der Krise (Unternehmensausrichtung neu)
  • Konflikte mit der Öffentlichkeit (Kommune, Umwelt, etc.)

Konflikte als Funktionsträger bzw. Mandatar in der Öffentlichkeit

  • in der Gemeinde
  • in der Genossenschaft
  • im Verein
  • in der Krise

Mediation & Recht

Die gesetzliche Regelung der Mediation in Österreich ist durch das Zivilrechts-Mediations-Gesetz (ZivMediatG) erlassen. Dabei handelt es sich mehr um einen gesetzlichen Rahmen, der der Ausfüllung im Wege privatautonomer Gestaltung bedarf. Hier geht es um mehrseitige Vereinbarungen, in denen die Beteiligten Konfliktpartner (Medianden) und die / der Mediator(en) oder auch als Co-Mediatorinnen oder Mediatoren die Details der Mediation regeln.

  • Zivil-Mediations-Gesetz (ZivMediatG)
  • Mediatorenliste des Bundesministeriums für Justiz
  • Mediationsvereinbarung

Ist eine Vereinbarung zwischen den Streitparteien über die Durchführung der Mediation.

  • Mediatorvertrag

Ist eine Vereinbarung zwischen den Streitparteiern (Verfahrensparteien) und der Mediatorin bzw. dem Mediator oder dem Mediator(innen)team.

  • Abschlussvereinbarung

Ist die vertragliche Fixierung des Mediationsergebnisses im Erfolgsfall zwischen den Streitparteien.

Die Mediationsvereinbarung und der Mediatorvertrag sind meist in einem Schrift- stück zusammengefasst und werden am Anfang der Mediation geschlossen.

Öfter kommt auch im juristischen Sinn die Bezeichnung Mediationsvergleich vor, das es sich tatsächlich materiellrechtlich um einen Vergleich im Sinne des bürgerlichen Rechts (§ 1380 ABGB bzw. §779 BGB) handelt. Die Abschlussvereinbarung jeweils am Ende des Mediationsverfahrens.

Wenn die Konfliktparteien aus welchem Grunde auch immer eine Vollstreckbarkeit des Mediationsvergleichs wünschen, dann gibt es nach österreichischem Recht prinzipiell zwei Möglichkeiten, den vollstreckbaren Notariatsakt und seit neuestem einen Schiedsspruch mit vereinbartem Wortlaut gem § 605 Z 2 ZPO.

Zielsetzungen der Mediation

Drei Zielsetzungen werden in der Mediation grundsätzlich verfolgt:

  • die vertragliche, als einvernehmlich erzielte, gegenseitig bindende und konkrete Übereinkunft
  • die kognitiv-emotionale als besseres Verständnis und wechselseitige Verständigung über den Konflikt und mögliche Lösungen
  • die zwischenmenschliche als die Entwicklung eines besseren und konfliktfreien Umgangs miteinander.

Alle drei Entwicklungsprozesse laufen Hand in Hand und verstärken sich wechselseitig (Thielmann-Braun et. al 2003).

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Mediation fehlt selten, wenn sie beispielweise als „Beziehung erhalterndes“ oder als „befriedendes Verfahren“ bezeichnet wird. (siehe Haynes et. al 2002, S 29, Proksch 2000, S 7).

Wichtig ist dass die Konfliktpartner nach Beilegung des Konfliktes auch weiterhin kooperativ miteinander umgehen können.

Handlungs- und Entscheidungsspielräume

Mediation ist umso sinnvoller, je mehr Handlungs- und Entscheidungsspielräume die Konfliktpartner haben oder für sich in Anspruch nehmen. Da Konflikte häufig zur Einengung der Perspektiven der Beteiligten führen, so ist es oft das erste Ziel der Mediation, mögliche Handlungsspielräume zu erkunden und (wieder) zu eröffnen. Mediation ist außerdem das Verfahren der Wahl der Problemkonstellationen, für die keine oder nicht übereinstimmende normative Lösungen (z. B. durch soziale Normen, gesellschaftliche Wertmaßstäbe, Gesetze) existieren, in denen also eigenständige maßgeschneiderte Lösungen gefordert oder angestrebt werden (Reiner Bastine, 2004).

Mediativer Zielkonfliktabgleich

Das heutige Leben ist von permanenten Veränderungen gezeichnet, die sehr stark in der Wirtschaft durch einen „fließenden“ Wandel zu spüren sind. Mit immer ausgefeilteren Modellen, Umsetzungssystemen und –programmen wollen die verantwortlichen Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern im Unternehmen und Markt erfolgreich bleiben. Die erwarteten Umsetzungsgeschwindigkeiten sollen durch externe Berater unterstützt werden, die in Begleitung von unternehmensinternen Controller abgesichert werden.
Neben den laufend veränderten, quantitativen Budgets und Zielabsprachen kommen die laufenden qualitativen Anforderungen und Standards auf die Unternehmen zu.

Qualitätssicherungsprogramme, Unternehmenszertifikate (z. B. nach Iso 9001), Neueinführung von EDV-Systemen, Einführung von Matrixorganisationen, Marktbearbeitungsprogramme, Mitarbeiterentwicklungsprogramme, Wachstum, Kostenprogramme, Mitarbeiterfluktuation, Wissensmanagement, Neuproduktentwicklung, Produktivität, Wettbewerb, Unternehmenszukauf, -zusammenschluss, -verkauf, Großkunden- Geschäft, Logistik, Bonität, Liquidität, sind einige Beispiele aus dem Unternehmensalltag, die einzeln Jahr für Jahr oft auch parallel von den Mitarbeitern mitgetragen bzw. umgesetzt werden. Hier trifft es vorrangig die Leistungsträger und Führungskräfte die im Abgleich der Zielfindung, sowie der Kontrolle der Zielerreichung eingebunden sind. Kommt es dabei zu ungelösten Konflikten, Störfällen, also Zielabweichungen sind ganze Unternehmensprogramme Schlüsselkunden, -projekte, Betriebsklima, auch das Firmenimage gefährdet.

Oft liegen diese Konfliktursachen auch außerhalb des Unternehmens, im Familien- im persönlichen Umfeld des Mitarbeiters oder auch im externen Umfeld des Unternehmen.
Mediative Kommunikation, gerade in kritischen Eskalationssituationen, sichert einen respektvollen, konstruktiven, gemeinsamen Umgang mit der Problemfindung und Neuausrichtung des Zieles ab. Eine neutrale, vertrauensvolle Begleitung durch einen neutralen Mediator unterstützt hier wesentlich das Vertrauen in diesen Prozess und verhindert eine zusätzliche Eskalation oder einen vermeidbaren Mitarbeiterverlust. Oft geht es weniger um das Einverstanden sein als um das Verstanden (angehört) werden.

Kundenrückgewinnung, Kundenerhalt

Kundentreue, vor allem in schwierigen Zeiten, sind ein wichtiger Pfeiler in einer langfristigen Unternehmensentwicklung. Einerseits rücken in der Investitionsgüter- branche, in der Serienfertigung Teilelieferant und Kunde in der Entwicklung, Projekt- umsetzung, Logistik, etc. immer enger zusammen, andererseits sind im Handel mächtige Verteilungskanäle für die weitere Marktentwicklung immer bedeutender. Produktinnovation und Marktkenntnis der Kunden sind erfolgskritische Faktoren. Diese Träger des Basisgeschäftes sind absichernde Faktoren in der Finanzierung der zukünftigen Ertragspotentiale und des Erhaltes des „Know Hows“. Eng verbunden sind damit die Mitarbeiter beider Unternehmensseiten, das aufgebaute Vertrauen zueinander und die Offenheit und Verlässlichkeit des Miteinanders, für die es die wichtigen „Win / Win“ Lösungen braucht.
Diese unersetzlichen Wettbewerbsvorteile werden vor allem in Krisen, wie zum Beispiel im Falle einer Reklamation oder Projektverzug und vor allem die Abwicklung auf Augenhöhe zu einer ernsten Prüfung der Geschäftsbeziehung.

Mediation ist hier sicherlich, wenn man eine weitere Geschäftsbeziehung erhalten oder auch wiedergewinnen möchte, am erfolgreichsten.
Gerade im Großkundengeschäft sind Respekt, Vertrauen, offener Interessensabgleich für eine lange Geschäftsbeziehung bedeutend. Übrigens für beide Seiten. Unternehmen, die damit nicht umgehen können, verlieren immer mehr an Bedeutung. Sind solche Prozesse von Anfang (der Aquise, Projektumsetzung, -begleitung) von allen Beteiligten gelebt, werden auch Engpässe in der Zusammenarbeit gelöst.

Der erste Schritt

 

Mediatorenliste BMfJ

Finden von eingetragenen MediatorInnen (aktuelle Mediatorenliste Bundesministerium für Justiz). Prüfen Sie ob der angesprochene Mediator in der Mediatorenliste eingetragen ist und überlegen Sie auf Grund der genannten Berufs- und Lebenserfahrung, sowie der genannten Mediationsschwerpunkte, ob der/die Mediatorin für Sie in Frage kommt.

Vorabklärung

Oft kommen Interessenten (Medianden) auf Empfehlung einer außenstehenden Person auf den/die Mediator/in zu. Des Öfteren bittet auch ein Beteiligter den Kontakt mit der anderen Partei aufzunehmen, bzw. sie zu einer Mediation zu bewegen. In diesem Zusammenhang versucht der/die Mediator/in genug über den Disput (Streit) zu erfahren, um in der Lage zu sein, mit der anderen Seite zu sprechen, während er/ sie berücksichtigt, dass es mindestens zwei Sichtweisen in jeder Situation gibt.

Erstaufnahme – Konziliation

Im Konziliationsgespräch berät die Neutrale Dritte Partei eine Person, die gerade in einem Konflikt steckt und mehr über konstruktive Konfliktaustragungsmöglichkeiten – z.B. über Mediation wissen möchte.

Hier handelt es sich um den ersten Kontakt in der Mediation, wo eine Streitpartei an die Neutrale Dritte Partei – hier auch „Konziliator“ genannt – mit einem Disput herantritt, um Hilfe zu suchen.

Der Konziliator spricht mit allen Beteiligten und prüft neutral und in positiver Einstellung den Konfliktfall. Er sichert Vertraulichkeit zu und schaut die Inhalte in Bezug auf eine mögliche Eignung für eine Mediation an.

Der Konziliator erklärt „Mediation“: Ablauf, Richtlinien.

Wenn Mediation geeignet und von allen Beteiligten gewünscht ist (Freiwilligkeit) wird ein erster Terminplan erstellt und der Ort des Treffens vereinbart. Zu diesem Zeitpunkt wird auch abgeschätzt ob ein(e) Co-MediatorIn gewünscht ist.

Die Phasen der Mediation

Im Rahmen der vereinbarten Mediationssitzungen werden alle beschriebenen Phasen gemeinsam durchschritten. Erfahrungsgemäß zeichnen sich nach 2-3 Sitzungen mögliche Lösungen ab. Etwaige rechtliche Fragestellungen sind von den Beteiligten eigenverantwortlich abzuklären.

  • Phase 1: Rahmenbedingungen und Zustimmung
    Beschreibung des Prozesses, Rolle des/der Mediators/in, Freiwilligkeit klären, Gesprächsrichtlinien, Zeitablauf, Kostenübernahme,- teilung schriftlichen Vertrag unterschreiben
  • Phase 2: Geschichte und Gefühle darstellen
    Darstellung des Konfliktes und der damit verbundenen Konsequenzen und Interessen aller Beteiligter und deren Sichtweise. Abklärung der präsentierten Annahmen oder eventuell entstandener Missverständnisse. Strukturierung der dargestellten Streitfragen.
  • Phase 3: Gemeinsamkeiten sichtbar machen
    Gebiete der Übereinstimmung / Gemeinsamkeiten erkennen. Mitgefühl und Verständigung zeigen. Interesse und Bedürfnisse Ausdrücken.
  • Phase 4: In die Zukunft schauen lassen
    Mögliche Optionen aufwerfen, in die Zukunft schauen, an den angesprochen Möglichkeiten arbeiten, Optionen sammeln.
  • Phase 5: Lösung(en) finden / sich einigen

Allgemeines

Es gibt auch die Möglichkeit im Rahmen von Kleingruppen- Großgruppenmediationen, Dialogveranstaltungen Gemeinsamkeiten zu entwickeln und damit alle Beteiligten in Vorhaben bzw. bei bestehenden Interessenskonflikten einzubinden.

Der interaktive Begleiter zur neuen Konfliktkultur.

MEDIUS unterstützt Sie bei der Weiterentwicklung einer Dialog-Kultur und bei der Implementierung Ihres individuellen Konfliktmanagementsystems.

Eine achtsame Organisations-Kultur ermöglicht Ihnen:

  • die Kommunikations-Qualität zu steigern
  • Spannungen frühzeitig zu erkennen
  • Risiken zu minimieren
  • Lösungen zu fördern

Kundenstimmen

Lassen Sie uns gemeinsam an Ihrem Ziel arbeiten!

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